What Lies Beneath - Womenswear

Nach oben

JOOP! Womenswear Frühjahr/Sommer 2010

Inspiration
Wunderschöne Frauen tauchen ins Blitzlicht des roten Teppichs ein. Sie sind Stars, sie sind Idole, sie sind Abziehbilder. Sie kichern, lächeln, grinsen. Sie hüten ihre geheimen Wünsche hinter kühlen Fassaden. Während alle Welt die Schlichtheit ihrer Perfektion bestaunt, verdrängt die Komplexität ihrer Sehnsüchte jede Einfachheit. Das Image lädt zur Besessenheit ein, verspricht Ekstase und behauptet Glück. Darunter lauern Romantik, Zweifel, dunkle Gedanken. Die Fassade kehrt die Widersprüche zwischen Außen und Innen selten an die Oberfläche. Die Erfahrung blendet das gleißende Licht aus, die Versuchung ersetzt es dafür. Und nur wer das hintergründige Schmunzeln während des Abgangs bemerkt, entschlüsselt vielleicht das Geheimnis im Fotoblitz: Ich bin so viel mehr als nur ein Lichtgeschöpf.

Silhouetten und Styles
Ein Star vertraut auf Körperlichkeit. Und wie kann man sie besser betonen als mit figurnahen Kleidern, Mänteln und Blusen. Die Kleider unterstreichen Weiblichkeit mit Falten, weichen Raffungen und manchen rückenfreien Entwürfen. Eine Oscar-Verleihung in den 40er Jahren geriete darin genauso zum Ereignis wie eine private Clubparty heute. Mäntel verstärken das Feminine, indem sie die Taille zurechtrücken – mit doppelten Verschlüssen oder schmalen Gürteln.

Blusen und Tops entdecken zarte Kanten für verspielte Frauen. Denn in jeder Rolle ist sie ein Star: auch in der eines androgynen Wesens. Die weiche Schulter im Blazer, der ausgestellte Fuß in der verkürzten schmalen Hose – in der Kombination fühlt sie keine Angst vor dem falschen Körpergefühl. Ein Star vertraut schließlich auf die Intuition, in jeder Situation das richtige zu tragen.

Materialien
Ein Leben mit Ausschweifungen klingt in Stoffen mit Luxusqualität nach. Kaschmir fließt über die Haut, feine Wolle rafft die Rundungen. Leichte Leinenmischungen und Baumwolle laufen wie eine zweite Haut über den Körper – und lassen die Sommerfrische dicht heran.

Farben
Der Dualismus von Licht und Schatten, er kennzeichnet die Töne wie ein Barometer der Stimmungen. Milchiges Weiß oder Schwarz? Kräftiges Blau oder zarter Make-up-Ton? Warmes Rot oder kühles Champagnerbeige? Am Ende entscheidet der Tag, welche Seite sie zeigen will.